Die weihnachtliche Killerfrage

Bild: Pexels, Ma Boîte à Photos

Stell dir vor, du freust dich auf’s weihnachtliche Wiedersehen mit den Liebsten, kommst vollbeladen mit buntverpackten Geschenken und wirst bei Ankunft mit dem allerherzlichsten Lächeln und folgenden Worten begrüsst: „Oooohooohoho, haalloo liebste Susi/Peter! Fröhliche Weihnachten! Huuuii siehst du gut aus, aber…hmm… hast du (oder deine Kinder) etwas zugenommen (oder abgenommen)?“. Agghhrrr… nicht wahr!! Im NU ist die weihnachtliche Stimmung weg. Es ist DIE Killerfrage an Weihnachten! Aber was tun?

Früher verhedderte ich mich aus Scham in irgendwelche Ausreden. „Oh, Verzeihung, oups hä ja, das ist weil…„. Ganz nach dem Motto: Schande über mein Haupt! Diese Ausreden führten zu weiteren Diskussionen. Im Verlaufe des Abends wurden dann etliche Krankheiten prognostiziert und gefühlte 100 Ratschläge für die sofortige Gewichtskorrektur „geschenkt“ – gerade pünktlich zum Neujahrsvorsatz. Das Sahnehäubchen waren die Aufklärungsversuche während des Festmahls. Das tut „der Figur“ gut und dieser Bissen hat soviele Kalorien – die Allwissenden, von Göttern gesandten Figurapostel hatten gesprochen – oh du Fröhliche!

Dabei hätte ich auch cool kontern und damit das Gespräch sofort beenden können z.B.: „Du kannst mich auch mal, Tantchen“, „Hey Onkel, wer hat den dich eingeladen?!“, „Keine Sorge Mami, mein Mann kann sich keine Schönere mehr leisten!“, „Hey, Du bist heute also für die schlechte Laune zuständig?“ … etwas abgedroschen, aber effektiv sind Antworten wie: „das ist der Wohlstandsbauch/die Hummelhüfte“, „.. mir gefällt’s so“, „…das gute Leben“, „dafür bin ich intelligent…“. Sicher etwas Positives. Ich hätte mich aber auch vom „Apostel“ entfernen können – demonstrativ oder diskret. Schnell das Thmea zu coolen Erlebnissen in der Vergangenheit, aktuellen Geschehnissen oder Zukunftsplänen wechseln, wäre auch eine Möglichkeit gewesen.

Es ist übrigens gut, wenn man über solche Situationen nachdenkt. Was wollte mir „der Apostel“ wirklich damit sagen und warum hat es mich so getroffen? Aber bitte erst nach Weihnachten! Falls das nicht klappt und du dich immer noch schlecht fühlst, ist vielleicht sehr schnell viel hochprozentiger Alkohol am besten… zum betäuben, vergessen, es schnell enden zu lassen. Lass dir jedenfalls nicht den Spass verderben! Hau rein und geniesse. Atme notfalls vorher tief durch, verdreh die Augen, zeige in Gedanken den Mittelfinger und gut ist’s!

Fröhliche Weihnachten!

P.S. Den Figuraposteln sei gesagt: Ihr meint es ja sicher gut. Aber bitte nicht an Weihnachten!

P.S. II: Über- oder Untergewicht bedeutet nicht automatisch, dass man krank ist oder morgen gleich krank wird.

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