Bombenstimmung zum Jahresanfang

Bild: Pexels, Pineapple Supply Co.

Hast du das neue Jahrzehnt auch voll Fett und mit Bombenstimmung gestartet? Ich schon, hehe, für einmal! Und was für welcher! Zur Freude aller Familienmitglieder wollte ich eines Neujahrmorgens Churros frittieren und… tatatatata habe ich den Volltreffer gelandet! Ein Churro von sieben im Topf ist im Frittieröl explodiert. Ohne Vorwarnung, kaltblütig hat’s „klatsch“ gemacht und die Küche glänzte im schmierigen Fett. Ja, ja, die die mich kennen, würden wohl „typisch t.“ rufen und tatsächlich lachen. Aber so ganz harmlos war die Chose nicht, denn das ganze wäre beinahe ins Auge gegangen – buchstäblich! Zwei heisse Spritzer Öl sind auf meinen Brillengläsern gelandet!! Weitere im Gesicht und an den Armen. Die Haut hatte sogar Blasen gebildet. Das neue T-Shirt ist dahin. Von der zweistündigen Putzaktion will ich gar nicht sprechen. Gelernt habe ich Folgendes:

A) Küchenhemden oder zumindest Küchenschürzen wären tatsächlich für etwas gut!
B) Ich liebe meine Brille!!
C) Ich liebe meine Brille!!!!!

Wieso das Öl explodiert ist, bzw. der eine Churro von sieben, kann ich mir immer noch nicht erklären – möglich, dass sich das nachträglich zur Masse zugegebene Wasser nicht vollständig in den Teig gesaugt hat. Allwissender Google hat mir aber verraten, dass mein Rezept auch nicht ganz stimmte – so jedenfalls hat es der Autor des Rezepts in einem YouTube Video bewiesen… aber vielleicht lag es auch an der Übersetzung?
Der Fehler war Folgender: Wenn 400g Mehl benötigt werden und ebensoviel Wasser, dann ist „ebensoviel“ wieviel? 400 ml Wasser? Ja, so hatte ich gedacht…. Falsch. Der Autor bezog sich auf die Tasse. Eine Tasse Mehl ist zwar gleichviel wie eine Tasse Wasser – aber die Tasse Wasser ist fast doppelt so schwer wie die Tasse Mehl – also nicht gleich schwer – (darum gibt es ja die Messbecher mit verschiedenen Masseinheiten für mind. Zucker, Mehl und Wasser). Hol mal die Waage, zwei identische Tassen, Wasser, Mehl und Zucker! Wieg mal… Siehst du?

Wenn du dich nach dieser Geschichte doch an ein Churro-Rezept wagen möchtest, z.B. wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum auf deiner Ölflasche erreicht ist, das Öl aber ganz passabel riecht und die Küche eh schon putzreif ist, dann empfehle ich dir das folgende, zweiteinfachste Rezept – mit nur 4 Hauptzutaten:
Eine grosse Tasse Mehl, eine grosse Tasse Wasser, etwas Trockenhefe/Backpulver (ca. 1/4 der Packung), eine Prise Salz und Öl zum Frittieren. Diese Version wird auch Porra genannt, ist etwas weicher und wird etwas dicker. Das einfachste Rezept kommt ohne Treibmittel aus, ist feiner, dünner und darum eher knuspriger – das wäre der ursprüngliche Churro. Auf deutschsprachigen Seiten finden sich Churro-Rezepte mit Eiern als Zutat – ein Sakrileg für den Spanier!
Ob Churro oder Porra, zuerst muss eine Art Brandteig gerührt werden. Man kocht Wasser und schüttet es in einem Guss, ganz schnell, über das Mehlgemisch. Man rührt kräftig! mit einer Kelle, bis eine homogene, eher feste Masse entsteht, lässt sie etwas erkalten und füllt sie in eine Gebäckpresse mit Sterntülle. Diese sollte nicht aus Plastik sein, sonst platzt alles.
Während etwa ein Fingerbreit Öl in der Pfanne erhitzt wird, kann nebenan auf einem Bogen Backpapier die gewünschte Länge an Teig kräftig ausgedrückt werden. Dann wird ein Churro nach dem anderen vorsichtig ins heisse Öl gegeben – es muss brutzeln – und 1 – 2 Mal gewendet bis goldig. Reduziere dabei die Hitze etwa auf die Hälfte und erhöhe sie erst wieder, wenn eine neue Ladung in die Pfanne muss. Churros/Porras rausnehmen und auf ein Küchenpapier legen um überschüssige Fett loszuwerden, mit Zimtzucker bestreuen oder in etwas Süsses tunken. Achtung! Vorher dringend irgendeine Brille und Küchenschurz anziehen. Zur Not geht auch das Ritterschild aus dem Kinderzimmer!

Gutes Gelingen!

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