Welches ist das beste Speiseöl?

Bild: pexels, Pixabay

Ich schaute damals mein Olivenöl an und frage mich: Liebes Olivenöl Extra Vergine, was bist du jetzt? Extra gut oder extra böse? Darf ich dich jetzt heiss machen? Bist du tatsächlich vergine oder schwimmt noch ein bitzeli Maschinenöl mit? Bist du deswegen in Aktion? Sag’s mir bitte!

Die Flasche blieb stumm. Und ich kaufte mir Wissen… und Öl. Herausgekommen ist Folgendes:

Wir haben eine riesige Auswahl an Speiseölen; Fisch-, Krill-, Pflanzen-, Lein-, Weizenkeim-, Sonnenblumen-, Raps-, Oliven-, Erdnuss-, Kürbiskern-, Walnuss-, Soja-, Kokos-, Palm-, MCT-, CBD- (Hanf) und HOLL-Öle sind wohl die bekanntesten. Nicht alles davon ist Speiseöl und doch wird viel darüber diskutiert. Alle locken mit irgendwelchen Vorteilen für die Gesundheit (Omegas, ALAs, EPAs), den Extratropfen „Connaisseur“ oder irgendeinem „Award“ – zu entsprechenden Preisen! Grundsätzlich ist Öl ein flüssiges Fett, herausgepresst aus Fruchtfleisch, Samen, Nüssen, Kernen. Im Gegensatz dazu gibt’s feste Fette wie Butter und Margarine, die erst beim Erhitzen schmelzen. Redet man von Speiseöl, meint man das Öl, welches man zum Anbraten oder Frittieren verwendet oder für Saucen, Suppen und Dips. Nebst der riesigen Auwahl an reinen Ölsorten, findet sich noch eine Unzahl an aromatisierten Ölen von Chili- über Rosmarin- bis zum Zitronenöl. Dann kommen noch verschiedene Händler/Hersteller solcher Öle dazu: Florin, Demeter, Filippo Berio, Monini, Deoleo,… ins world-wide-web darf man gar nicht reinschauen. Was ist jetzt das Beste?

Achtest du auf deine Ausgaben und es ist dir egal, woher das Öl kommt: Nimm, was dir schmeckt und womit du arbeiten kannst! Denn, wenn dein Cholesterinspiegel und deine Entzündungswerte normal sind, brauchst du auch nicht cholesterinsenkende oder entzündungshemmende Nahrungsmittel zu suchen. Die berühmten Omega 3 Fettsäuren z.B. in angereichertem Pflanzenöl (von Becel z.B.) könnten heute eher zur Alzheimer-Vorbeugung genutzt werden…“gestern“ hatten sie gegen Herzerkrankungen wirksam sein sollen. Morgen könnten sie vom Markt verschwinden. Also. Sollte dein Blutbild böse Werte zeigen, wird dich dein Hausarzt/deine Hausärztin bestimmt darauf aufmerksam machen. Dann allerdings, geht es nicht nur um die Auswahl deines Speiseöls.

Übrigens; von den rund 50 – 60 g Fett pro Tag, die (in meinem Fall) die höheren Mächte zum Konsum empfehlen um gesund und fit zu bleiben, entfallen etwa 15 – 20 g auf Öl. Ein Esslöffel Sonnen- oder Olivenöl wiegt 14 ml/15 g und der Esslöffel Rapsöl 10 g (also 80 kcal/EL Raps- und 120 kcal/EL Olivenöl). Das ist eine sehr bescheidene Menge, die aber soviel Kalorien liefert wie ca. ein Viertel Pizza Margherita, ein ganzer Apfel oder eine Scheibe Züpfe.

Willst du gut kochen, lohnt sich das Ausprobieren: Meine „15 g Öl“ z.B. fliessen vorallem in die Salatsauce. Und nicht alle Öle schmecken gleich gut in der Sauce. „Frittiere“ ich ein Spiegelei, nehme ich zur Not Olivenöl, mit einer zerdrückten Knoblauchzehe drin – die neutralisiert den Geschmack (andere sagen; dass Fett spritzt dann nicht so). Fürs Würsteanbraten oder um etwas Süsses zu frittieren, verwende ich ein unauffällig schmeckendes raffiniertes Sonnenblumenöl/HO-Sonnenblume oder HOLL-Rapsöl. Das HOLL-Öl ist extra fürs Frittieren entwickelt worden und verursacht kaum Fett-Geruch. Als Butterersatz im Kuchen verwende ich ebenfalls das geschmacklose, raffinierte Sonnenblumen- oder Rapsöl. Für die wenigen asiatischen Gerichte, dich ich mal zubereite, kaufe ich die kleinsten Fläschchen Sesam- oder Erdnussöl.

Willst du noch besser kochen? Leinöl, Kürbiskern-, Schwarzkümmel-, Walnussöl…. Diese Öle schmecken meiner Familie und mir zu wenig gut, um den gesundheitlichen Wert in Kauf zu nehmen. Würde ich regelmässig die Haute Cuisine pflegen, Suppen und Teller mit schönen schwarzen Ölpunkten dekorieren, oder Dips und Smoothies besondere Würze geben, würde wohl das eine oder andere Fläschchen schon einen festen Platz im Vorratsschrank haben. Mach ich aber nicht. Einige Versuche hatte ich aber schon gestartet. Leider mit so viel Erfolg, dass diese gesunden und teuren Öle nach Monaten tristen Daseins, ranzig stinkend in der 2-Liter-Plastikflasche für Altöl im Entsorgungshof landeten.
Diese vier Öle liefern übrigens etwas mehr Kalorien pro Esslöffel als alle übrigen kaltgepressten oder raffinierten und kosten ab ca. 6 CHF aufwärts für nur 125 ml. Weil sie schnell verderben, sollten einige davon innert weniger Monate verbraucht werden.

Von weit her kommt das Kokosöl. Es wird im festen Zustand gekauft, schmilzt bei knapp 30 °C, also viel schneller als Butter und wird so zum Öl. Es schmeckt kein bisschen nach Kokos, eher sehr neutral. Palmöl kriegt man hierzulande im Asia-Laden angeboten. In Plastikfläschchen, aus denen man es etwas umständlich herausdrücken muss. Dieses Öl ist rötlich, intensiver im Geruch und neutral auf der Zunge. Aus Kokos- und Palmöl wird übrigens das MCT-Öl (Fazit lesen) hergestellt – für Sportler und für die ketogene Ernährung DER Hit. Es wird aber nicht fürs Kochen verwendet, sondern teelöffelweise eingenommen in Smoothies, Dips, Kaffee oder Tee. Es fördere die Fettverbrennung, reduziere den Körperumfang und schone die Galle – heisst es. Das CBD-Öl ist nicht als Salatöl gedacht, sondern als Nahrungsergänzungsmittel, genau wie Krill-Öl.

Fazit: Es ist wunderbar, dass wir über eine so grosse Auswahl an Ölen verfügen. Deine Kochkünste und dein Geschmack entscheiden, welches das beste Speiseöl ist! Kochkunst-technisch wichtig ist, dass das Öl beim Erhitzen nicht rauchen sollte. Es darf auch nicht sauer schmecken oder komisch riechen. Hier auch noch ein Link zum Einsatz von Öl.

Fazit II: Trotz meines bescheidenen Sortiments an Ölen bin ich nicht sicher, ob ich ein 2.5fränkiges, raffiniertes Sonnenblumenöl von „überall“ von einem 7.95-kaltgepressten aus der Schweiz unterscheiden könnte. Der Geschmack von Olivenöl „Extra Vergine“ ist zwar markanter, aber auch dort könnte der Unterschied zwischen einem Gemisch aus dem Mittelmeerraum und einem „reinen Griechen“ vorallem im Preis liegen. Die Olivenöle kosten ab ca. CHF 4/l aufwärts – ob es ein Preis-Geschmack-Verhältnis gibt?

Sorge dich nicht, geniesse dein Leben, koste, experimentiere…

Weitere Links:
– Wer Interesse hat an den gesetzlichen Mindestanforderungen an Speiseöle, der liest hier nach.

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