September Rezepte

Kürbis und Süsskartoffel kommen langsam in die Läden, knackige einheimische Äpfel, süsse Trauben, Mirabellen, Quitten, Reineclauden, Zwetschgen und Pflaumen auch. Wer Kräuter wie Basilikum, Bohnenkraut und Estragon auf dem Balkon gepflanzt hat, könnte es langsam zum Trocknen bündeln. Auch die Kapuzinerkresse könnte langsam welken… es sei denn, es ist ein wunderbar warmer September, dann kann man diese sicher noch bis Ende Oktober im Salat geniessen.

Der September ist eine wunderbare Zeit, jedenfalls küchentechnisch. Fast alles Gemüse aus der Region ist jetzt reif oder hat noch Saison. Auch das Einmachen und Einfrieren haben Hochsaison. Aber ich beschränke mich, fast schmerzhaft, jetzt auf ein einziges cooles Rezept, welches fast alles Gemüse vereint was gerade so verfügbar ist! Muss ja nicht immer Kürbissuppe sein!

Darf ich vorstellen: Der Puchero Canario
Das ist ein klarer Fleisch-Gemüse-Eintopf, welcher normalerweise an Weihnachten serviert wird und auch die Tage danach gegessen wird.
Der Puchero Canario ist ein wunderbar einfacher Eintopf, den man mal an einem Abend kochen, und drei Tage danach beliebig kombinieren und geniessen kann. Was ich am allermeisten liebe daran ist; Noch nie habe ich so schnell das Gemüse gerüstet!

Das geht so (echt wahr, kein Witz!!): Man setzt einen hohen Topf mit reichlich Salzwasser auf die Herdplatte, wirft eine halbierte Zwiebel, drei mit dem Handrücken zerdrückte Knoblauchzehen, eine 1/2 rote und eine 1/2 grüne Peperoni (oder nur eine Farbe aber halbiert), eine ganze Lauchstange und zwei-drei Zweige Minze rein. Zwiebel und Knoblauch sind nur geschält, der Peperoni nimmt man nur den Strunk und die Samen weg. Falls der Lauch aus dem Garten kommt, wird er der länge nach halbiert und unter fliessendem Wasser ausgespült. Das ganze dauert keine fünf Minuten. Dann wird alles aufgekocht.
Erst jetzt kommen mundgrosse Stücke Rindfleisch rein. Danach – also vorher nur aus der Verpackung holen und waschen – wird ein ganzes Poulet in Einzelteile zerlegt und in den Topf geworfen. Das dauert ebenfalls keine 5 Minuten.
Eines nach dem anderen – in dieser Reihenfolge auch, wird das Gemüse gerüstet… Für einmal wirklich nicht alles im Voraus vorbereiten!: Zuckermais – ca. Handbreit geschnitten, Rüebli ganz aber geschält, Kichererbsen (vorgängig eingeweicht. Wenn aus dem Glas, zuletzt reinwerfen), Bohnen geputzt und zusammengebunden, Kohlkopf geviertelt, Zuchetti – eine halbe Handbreit mit Haut, Kürbis – Hokkaido oder Butternut, 2-4fingerbreite Spalten mit Schale, ganze aber geschälte festkochende Kartoffeln, Safran und am Schluss geschälte aber ganze Süsskartoffeln.
Das ganze wird ca. 2 Std. auf mittlerer Hitze gekocht – gerechnet ab dem Moment, in dem das Rindfleisch beigefügt wird.

Gegessen wird das ganze getrennt von der Suppe. Die Suppe wird in einen separaten Topf gegossen und mit Fideli, evtl. Poulet- und Peperonistückchen und Minzblatt serviert. Die einzelnen Fleisch- und Gemüsestücke (was sich nicht in dieser Zeit aufgelöst hat), werden herausgeholt und separat auf einer grossen Platte aufgetischt. Gegessen wird mit einem Stück Brot oder Gofio (einer anderen Spezialität). Man nimmt sich das raus, was einem gefällt. Wer kein Fleisch isst, isst die Kichererbsen. Wer keine Bohnen mag, der isst die Süsskartoffeln zum Fleisch, etc. Man muss also wissen, was die Gäste gerne mögen und die Zutaten entsprechend „dosieren“.

Die Reste können in den drei folgenden Tagen in Sandwiches, als Sauce für Teigwaren, als Frittata oder einfach noch mal als Beilage zu einem anderen Stück Fleisch oder Fisch serviert werden. Aus den Kichererbsen kann man Hummus machen. Der Hummus hat viele Variationen – meine Lieblingsversion ist: Zu den übrig gebliebenen Kichererbsen gibst du Tahini und Joghurt (zu je 50% der Menge an Kichererbsen), etwas Knoblauch, Zitronensaft, Olivenöl, Salz und manche würzen noch mit Kreuzkümmel oder Chilipulver, rosenscharfem Paprika, Zataar, etc. Das ganze wird püriert und kalt mit Brot gegessen. Wenn es nicht die Konsistenz von Kleister hat, hast du es geschafft! Sollte es doch etwas zu „trocken“ sein, kannst du noch etwas mehr Zitronensaft, Joghurt oder aber auch was von einem der Gemüserestn reinmischen. Gelungen ist es dir, wenn es dir schmeckt!

Viel Spass beim Ausprobieren.