Über Wasserflecken und Wasserfilter

Ein Bach mit einem kleinen Wasserfall der durch einen Wald fliesst und in einen See mündet.

Bild: pexels by Fabian Reitmeier 707915

Kennst du Tischwasserfilter? Ich schätze, die allerbekannteste und eleganteste Marke hierzulande ist die BRITA mit ihren Maxtra-Filtern. Sie reduziert ganz zuverlässig jeden Kalkfleck im Tee&Kaffeewasser und hält die Töpfe und Pfannen schön sauber. Natürlich auch andere unerwünschte Substanzen. Weniger cool war, dass mir die Karaffe ein ungerades Mal aus der Hand rutschte. Mal schwamm der Deckel der Karaffe dann im unfallbedingt ungefilterten Pastawasser (weil es wiedermal schnell gehen musste), mal landete die ganze Karaffe am Boden und sorgte damit für eine spontane und grosse Putzaktion – wo nebst Boden auch die Türen und Schubladen der Küchenmöbel blitzblank geputzt wurden. Ohne mit der Wimper zu zucken, wurde jeweils die nächste Karaffe bestellt. Diesmal lief es aber anders, denn das Teewasser war gar nicht mehr trüb. Ob das der Verdienst des neuen Wasser-Reservoirs ist? Die Suchmaschinen wurden sofort bemüht, und das Ergebnis möchte ich gerne teilen.

Kenne dein Wasser!

Bevor ich zu den Filtern komme, hier noch etwas Basiswissen. Diese lästigen weissen Flecken im Spülbecken, in den Kochutensilien und in Gläsern sind bekanntlich Kalkflecken. Diese gibt’s, wenn das Leitungswasser reich an gelösten Calzium- und Magnesiumionen ist. Voilà. Ich ignoriere hier das Wort „ionen“ und konzentriere mich auf die zwei Mineralstoffe, die lebensnotwendig sind. Die müssen wir eh zu uns nehmen und oft kaufen wir sie in Form von Nahrungsergänzungsmitteln. Calzium und Magnesium werden im Körper so aufgenommen, dass sie – unter Anderem – unsere Knochen und Zähne stärken (Calzium), Muskelkrämpfe verhindern und Energiestoffwechsel ermöglichen (Magnesium). Wer jetzt an Arterienverkalkung denkt, vergisst das schnell wieder, denn die Antwort ist NEIN. Aber deine Kaffee- und (Ab-)Waschmaschine leiden unter den Kalkablagerungen.

Diese Kalkablagerungen sind ein Zeichen für hartes bis sehr hartes Wasser. Eine einfache und bessere Erklärung zur Wasserhärte findest du auf der Website des Kantons Zürich bzw. hier. Die Wasserflecken entfernst du übrigens mühelos mit etwas Essig, Zitronenrinde, aber auch mit Kartoffelschalen (die Seite mit dem Fruchtfleisch). Wenn du jetzt immer noch an Arterienverkalkung denkst, müssten dich ja die Zitrone und die Kartoffel beruhigen.

Im Kanton Bern werden die Laborwerte des Trinkwassers regelmässig auf der Website des Wasserverbunds der Region Bern veröffentlicht – deine Region oder dein Kanton tut es bestimmt auch. Auf den Seiten der EWB erfährst du noch was über die Gefahren, die aus alten Wasserleitungen deines Wohnhauses kommen könnten.

Was willst du herausfiltern?

Wenn du jetzt alle Links aufgerufen hast (oder die deiner Wohngegend gecheckt hast), weisst du, wie es ums Wasser in deiner Region steht. Jetzt kannst du mal ein Glas mit Leitungswasser füllen und deine Sinne aktivieren. Ist das Wasser klar und sauber? Riecht es nach nichts? Schmeckt es neutral? Dreimal ja? Glückwunsch! Du bist sehr privilegiert, denn dieses Wasser kannst du bedenkenlos und ungefiltert trinken. Auch wenn jetzt was drin wäre, was du nicht haben möchtest, wird es deine Leber selbst filtern. Vorausgesetzt sie ist gesund. Wenn du noch ein Baby füttern musst, dann würde ich das Wasser vorsichtshalber doch abkochen. Einmal einen Liter drei Minuten lang kochen und abkühlen lassen. Fertig. Das sollte für den Tag reichen. Damit hat man hierzulande die Viren und Bakterien abgetötet.

Hast du eine der obigen drei Fragen mit Nein beantwortet, oder magst kein Wasser abkochen, und die Tischfilter filtern dir zu lange? Dann geht die Suche los. Du kannst dich wirklich verlieren in der Menge an warnenden Informationen und dann erst recht, wenn’s um technische Details geht. Die Website der EWB bspw. bestätigt, dass unser Wasser in Bern einwandfrei ist. Über die Wasserleitungen des Hauses indem du wohnst, kann sie aber nichts sagen. Dafür informiert umweltcheck.ch leicht verständlich über alle möglichen Verunreinigungen, Rückstände und Gifte, die spätestens in den letzten Metern zum Wasserhahn (auch Armatur genannt) noch fliessen könnten. Auf dieser Website kann man auch gleich Analysekits kaufen, um eben diese vermuteten und durchaus möglichen Schwermetalle, Hormone, Medikamentenrückstände, PFAS, Mikroplastik und alles andere Krankmachende zu detektieren.

Zeigt die Analyse also eine unerwünschte Substanz, gibt es glücklicherweise bereits Produkte auf dem Markt, die diese beseitigen können. Als ich die Webseiten-Infos dann so nacheinander las, erstaunte es mich nicht, wenn der/die eine oder andere an der einwandfreien Wasserqualität zweifelt. Persönlich glaube ich an die positiven Aussagen und bin überzeugt, dass uns die kantonalen Behörden warnen werden, wenn sich bspw. aufgrund heftiger Unwetter oder sonstiger Katastrophen etwas an der Qualität unseres Leitungswassers ändern würde. Wer das nicht so sieht, schafft sich einen Wasservorrat an oder begibt sich auf die Suche nach dem richtigen Produkt.

Wie triffst du deine Kaufentscheidung?

Angenommen, dein Leitungswasser macht dir Angst, dann ist es schon beruhigend zu wissen, dass man es auch selbst analysieren kann. Vor allem wenn man noch Säuglinge, Kleinkinder, immunschwache Personen füttert, mag eine Analyse Gewissheit geben, auch wenn die Wasserqualität doch von Zeit zu Zeit ändern kann. Wenn du also etwas kaufen musst, kannst du – aus der Vogelperspektive betrachtet – unterscheiden zwischen: Tischfiltern, Untertisch-Filtern, Filteraufsätzen für Wasserhähne, Filtern für Outdooraktivitäten – beim letzteren ist sogar einen Überlebens-Strohhalm mit Wasserfilter im Angebot – oder einfach Wasserflaschen. Für deine Kaffeemaschine gibts vermutlich Marken-Filter.

Der Tischfilter ist wohl die günstigste Lösung aber doch langsam und arbeitsintenisv, denn die Karaffe muss regelmässig auch schön gewaschen werden. Hat man einen Untertischfilter installiert, ist das Leitungswasser gleich trinkbereit. So eine Installation kostet aber auch etwas mehr. Die Filteraufsätze für Wasserhähne kosten ab CHF 60.- und filtern bis 600 Liter. Die Filter (Flaschen und Zubehör) für Outdoor Aktivtäten lohnen sich, wenn du wirklich auch Outdoor im unbekannten Geländen unterwegs bist.

Ich will dich hier nicht langweilen mit den Fachausdrücken wie bspw. Umkehrosmose, pflanzenbasierter Aktivkohle und Ionenaustauscherharzen. Für solche Details, empfehle ich dir die Infos auf umweltcheck.ch zu lesen oder… deinen Behörden einfach Glauben zu schenken. Du kannst mich aber jederzeit über info@nutridate.ch kontaktieren, wenn du spezifische Fragen hast.

Ein bisschen Sparfuchs-Mathematik

Für Zahlenliebhaber:innen habe ich noch etwas ausgerechnet….

Der Wasserpreis für 50 Kubikmeter Wasser in Bern beträgt CHF 159.-/Jahr (Stand März 2026). 50’000 Liter wären das oder 136 Liter pro Tag und Haushalt für Duschen, Trinken, Kochen, Toilettenspülung evtl. Bewässerung der Pflanzen. Jeder weitere Kubikmeter darüber und bis 500 Kubikmeter kostet CHF 2.60 mehr. Wenn du wissen willst, wieviel Wasser du verbrauchst, kann dir deine letzte Nebenkostenabrechnung weiterhelfen. Alternativ fotografierst du deine Wasserzähler 1-mal die Woche und zählst nach. Die Wasserzähler sind sind die runden Dinger unter den Waschbecken oder neben der Toilettenschüssel mit schwarzen und roten Zahlen (für Warmwasser) drauf.

Die Wasserfilter für die Tischfilter-Karaffen kosten zwischen rund CHF 30.- und 60.- pro Jahr, je nachdem was du filtern willst und vorausgesetzt, du nutzt den Filter 2 Monate lang. Die Karaffe muss zusätzlich gekauft werden.

Kaufst du Wasserflaschen und trägst sie nachhause, kosten sie dich zwischen 0.17 Rappen/Liter bis CHF 2.50 (die Luxusgeschichten ausgenommen). Trinkst du jeden Tag 1.5 Liter Wasser bzw. 547 Liter im Jahr, zahlst du also mindestens CHF 93.-. Die Mineralisierung – also das Superkleingedruckte auf der Flaschenetikette – des gekauften Wassers wäre dann entscheidend für dein Wohlbefinden. Dazu aber gibt’s einen separaten Beitrag inkl. Tasting.

Fazit

BRITA „am Boden zerstört“ war diesmal ein Glücksfall. Ich habe immer noch nicht herausgefunden, ob uns das neue Wasser-Reservoir in der Region so schönes sauberes Wasser beschert oder ob die Wasserquelle eine andere ist. Bin also doch etwas frustriert darüber. Ich gönn mir jetzt ein Wässerchen. Ein hochprozentiges. Vielleicht verstehe ich es morgen besser. Aber das Teewasser ist immer noch ungetrübt!

Links

Beitrag des Hardloop-Magazins über die Outdoor Filtermöglichkeiten fand ich super.
BAFUs Infos zum Thema Wasser
Trinkempfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung

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